19. Dezember 2016

WALD MEIN WALD

  
In den Wäldern gibt es Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos
 liegen könnte. 
(Franz Kafka)


Vorweihnachtszeit ist schön. Spannend und aufregend und auch ganz schön unruhig und anstrengend. Und weil ich schon seit eh und je in die Wälder gehen muss, um Kraft zu tanken und um wieder zu mir zu kommen, tun wir das als Familie natürlich auch. 
Durch den Wald gehen, einatmen, ausatmen, ruhig werden. Und alles ist gut.
Ein Eichhörnchen sucht nach den vergrabenen Nüssen und ein paar Krähen fliegen aufgescheucht in die Luft. Mein Grosser entdeckt einen Baumstamm, zugedeckt mit Moos. Auf der Waldwippe, die wir finden, singen wir: "gigampfe, wasserstampfe". Die Kleine balanciert über einen umgefallenen Stamm, Papa führt sie. Wir stapfen durch das viele Laub, es geht ein kalter Wind und es nieselt, aber unsere Herzen sind froh, warm und wir sind zu Hause hier. Nirgendwo anders gibt es so viel zu entdecken und zu erleben wie im Wald. Die Natur bezaubert all unsere Sinne, überfordern diese aber nie. Sie nährt und lässt unsere Seele ruhig und gelassen werden. Der Wald gibt immer Milde, Ermutigendes und Tröstendes. Und rötet die Wangen glücklicher Kinder!
Als Kindergärtnerin war ich einmal die Woche mit meiner Kindergruppe im Wald. Bei jedem Wetter. Und zugegeben, manchmal musste ich mich überwinden, zwanzig Kinder wettertauglich anzuziehen und den langen Weg zum Wald zurückzulegen, bei Regen und Kälte. ABER, wenn wir zwischen den Bäumen wanderten, ein Feuer entfachten und uns dieser Duft von Wald und Rauch umgab, dann war da nichts anderes als Zufriedenheit, Freiheit und Platz für jedes Kind. Und je mehr sich das einzelne Kind im Wald zurecht fand, desto mehr Hingabe und Gelassenheit war zu spüren.
Ich erinnere mich daran, dass wir einen ganzen Morgen im "Regen-Wald" verbracht hatten. Voller Glück, vom Regen triefend, traten wir aus dem Wald und die Regentropfen klatschten auf unsere durchnässte Kleidung. Da meinte ein Mädchen, währenddem es versuchte, mit dem Mund einige Regentropfen zu erhaschen: DAS ist mein Lieblingswetter. 

Danke Wald, mein Wald.


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© lieblingsbande
Maira Gall